„Auch die großen Ideen beginnen immer im Kleinen“, sagte Markus Blume in seinem Grußwort auf der Preisverleihung beim Landesfinale von Jugend forscht, das diesmal für die Altersgruppe ab 15 Jahren bei Rohde & Schwarz am Münchner Ostbahnhof stattfand. „Deutschland ist ein Land der Forscher und Entwickler, weshalb wir besonders stolz sind, euch bei diesem Wettbewerb zu sehen. Und wenn man sich die Projekte so anschaut, muss man sagen, dass die gar nicht mehr so klein sind. Behaltet euch diesen Forscherdrang bei, Bayern braucht euch“, schloss der Staatsminister für Wissenschaft und Kunst seine Rede.
Beim Entscheid auf bayerischer Ebene war das Effner nach zwei Siegen beim Regionalwettbewerb in Ingolstadt mit folgenden Projekten vertreten: In München traten Severin und Constanze Homburg mit ihrer Idee „Move to Power“, einem Turnschuh, der beim Joggen Energie in elektrischen Strom umwandelt, an. In Regensburg, wo das Landesfinale der Junior-Sparte (bis 14 Jahre) ausgetragen wurde, ging Pauline Bandmann mit INVOXA, ihrem KI-gestütztem Anrufbeantworter zum Schutz gegen Betrugsanrufe an den Start.
Severin und Constanze, die ihren Prototypen seit dem Regionalwettbewerb massiv modifizieren konnten, traten als jüngstes Duo gegen hochkarätige Projekte an, die teils in W-Seminaren oder in Kooperation mit Universitäten entstanden sind. Die beiden hatten in den vergangenen Wochen viel getüftelt, Platinen gelötet und vor allem an der Alltagstauglichkeit ihres Entwurfs gearbeitet. Nach drei Wettbewerbstagen mit ausführlichen Jurygesprächen und einem spannenden Rahmenprogramm bekamen die beiden den mit 200 Euro dotierten Sonderpreis „Energie der Zukunft“ zugesprochen. Und um den Forscherdrang des erst 12- bzw. 15-jährigen Geschwisterpaares weiter zu fördern, legte die Jury noch ein dreitägiges Forschungspraktikum an der LMU oben drauf. Gratulation zu diesem tollen Ergebnis!
Bei Jugend forscht – junior in Regensburg konnte – wie schon im Vorjahr – Pauline Bandmann aus der 9D überzeugen. Sie trotzte dem mäßigen Mobilfunk-Empfang in den Räumlichkeiten der Uni Regensburg und begeisterte die Fachjury mit ihren Programmierfähigkeiten und der äußerst praktikablen Umsetzung. INVOXA, wie sie ihr Projekt nennt, erkennt Betrugsanrufe zuverlässig und verhindert, dass der Betrüger überhaupt nach Hause durchgestellt wird. Betrügerische Telefonnummern werden in einer Datenbank gespeichert bzw. mit den Informationen der Bundesnetzagentur abgeglichen. In einem hochkarätig besetzten Teilnehmerfeld erhielt Pauline im Audimax den 3. Preis im Fachgebiet „Mathematik & Informatik“. Oben drauf gab es ein Jahres-Abo ihrer Lieblingszeitschrift MAKE und den Sonderpreis für den schönsten Stand des Wettbewerbs. Dieser wird von den Teilnehmern selbst gewählt. Besonders bemerkenswert: Bei über 40 Projekten im Landesfinale erhält Pauline diese Auszeichnung bereits zum zweiten Mal in Folge!
Alle drei Tüftler wollen ihre Projekte nach wertvollen Tipps der Jury-Experten weiterentwickeln und auch kommendes Jahr wieder an den Start gehen. Wer auch gerne tüftelt und experimentiert, darf jederzeit gerne beim Effner Science Club vorbeischauen. Und keine Angst: Es gibt keine unpassenden Themen, denn von der Lego-Papierfliegerfaltmaschine bis zum automatischen Hab-ich-alle-Fenster-zugemacht-Kontrollsystem ist bei Jugend forscht alles vertreten – Große und kleine Ideen eben.
Robert Heusel

