YOUCEE 2025 – Unsere Woche zwischen Erinnerung, Begegnung und neuen Erfahrungen 

Im September 2025 nahmen wir – Lorenz, Alisa, Sarah-Marie und Antoine – an der internationalen Jugendfriedenskonferenz YOUCEE in Arnheim teil. Ziel der Konferenz war es, junge Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenzubringen, um gemeinsam der Ereignisse der Schlacht um Arnheim während des Zweiten Weltkriegs zu gedenken und sich gleichzeitig mit der Bedeutung von internationaler Zusammenarbeit und Erinnerungskultur auseinanderzusetzen.

Unsere Anreise verlief zunächst alles andere als reibungslos. Aufgrund erheblicher Verspätungen kamen wir erst gegen 19 Uhr an unserer Unterkunft an, die sich auf dem Gelände einer ehemaligen Militärkaserne befand. Dort wurden wir freundlich empfangen und nach dem Einchecken aßen wir gemeinsam zu Abend und nutzten den restlichen Abend, um erste Gespräche mit den anderen internationalen Teilnehmenden zu führen und uns langsam kennenzulernen. Auch wenn die Müdigkeit groß war, entstand bereits an diesem Abend eine offene und angenehme Atmosphäre.

Am nächsten Tag begann das Programm direkt mit einem besonderen Termin: Antoine nahm am Morgen an einer Gedenkfeier im niederländischen Oosterbeek teil, bei der er einen Kranz niederlegte. Nach dem Ende der Zeremonie kehrte er zur Kaserne zurück, wo sich inzwischen auch die niederländischen Teilnehmenden der YOUCEE versammelt hatten. Nachdem wir in passende Overalls gekleidet waren fuhren wir zur Oranjekazerne und nahmen gemeinsam an einem Militärparcours teil. Dieser wurde von einem Soldaten geleitet und stellte sich als körperlich sehr anstrengend, gleichzeitig aber auch als überraschend unterhaltsam heraus. In verschiedenen Übungen wurden Kraft, Ausdauer und Teamarbeit gefordert. Besonders motivierend war, dass auch unser Lehrer Herr Keller aktiv mitmachte, was für viele lustige Momente sorgte und die Stimmung deutlich auflockerte.

Am darauffolgenden Tag besuchten wir eine Gedenkfeier, die den Fallschirmspringern gewidmet war. Besonders eindrucksvoll war die Anwesenheit sogenannter historischer Reenactors. Diese trugen originalgetreue Uniformen und stellten Soldaten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs dar. Durch ihre Darstellungen wurde Geschichte auf eine sehr anschauliche Weise vermittelt und wir konnten uns besser vorstellen, unter welchen Bedingungen die Soldaten damals lebten und kämpften.

Ein weiterer Höhepunkt der Woche war der Besuch einer großen internationalen Gedenkfeier in Arnheim, die sogar im Fernsehen übertragen wurde. An dieser Veranstaltung nahmen unter anderem polnische, britische und australische Soldaten sowie zahlreiche offizielle Vertreter teil. Auch wir waren Teil dieser Zeremonie, legten Blumen nieder und erwiesen den Gefallenen unseren Respekt. Die internationale Beteiligung machte deutlich, dass das Gedenken an die Ereignisse von Arnheim bis heute viele Nationen verbindet.

Am letzten großen Programmtag nahmen wir an einem Event auf der Ginkelse Heide, einer riesigen Wiese auf der die Briten damals landeten, teil, das von sehr vielen Menschen besucht wurde. Dort gab es zahlreiche Stände, an denen militärische Ausrüstung, Sammlerstücke und verschiedene Kleinigkeiten angeboten wurden. Zudem fand an diesem Ort erneut eine Gedenkfeier statt, an der Sarah-Marie teilnahm. Währenddessen konnten sich die übrigen Teilnehmenden eine beeindruckende Vorführung ansehen, bei der Fallschirmjäger aus Flugzeugen absprangen, oder über den Militärflohmarkt schlendern. Diese Veranstaltung empfanden wir als besonders spannend, da es eine solche Kombination aus Gedenken, Ausstellung und öffentlichem Interesse in Deutschland kaum gibt.

Am selben Tag besuchten wir außerdem eine weitere Gedenkfeier, die unter freiem Himmel stattfand. Aufgrund des einsetzenden Regens mussten viele von uns Regenponchos anziehen. Da die Woche insgesamt sehr intensiv und ereignisreich gewesen war, waren wir zu diesem Zeitpunkt bereits recht erschöpft und nahmen diese Zeremonie nur noch eingeschränkt wahr.

Am letzten Tag unseres Aufenthalts hieß es schließlich Abschied nehmen. Nachdem wir unsere Sachen gepackt hatten, nahmen wir an einer letzten gemeinsamen Gedenkfeier teil und legten Blumen vor den Gräbern des Airborne War Cemetery nieder. Hier durfte auch Lorenz gemeinsam mit einer anderen Teilnehmerin einen Kranz niederlegen. Dieser Moment bot Gelegenheit, die vergangene Woche Revue passieren zu lassen. Anschließend verabschiedeten wir uns von den vielen neuen Freundinnen und Freunden, die wir während der YOUCEE kennengelernt hatten, und traten unsere Rückreise an.

Rückblickend war die Teilnahme an der YOUCEE 2025 für uns eine besondere Erfahrung, die nicht nur unser historisches Wissen erweitert, sondern auch unseren Blick für internationale Zusammenarbeit, Erinnerungskultur und gegenseitigen Respekt geschärft hat. Für diese einmalige Gelegenheit wollen wir ausdrücklich der Stadt Dachau und der Bürgerstiftung der Stadt Dachau danken, die durch ihre Mittel einen Besuch der Veranstaltung erst möglich gemacht haben.

Lorenz Haneder, Alisa Enge, Sarah-Marie Fuchs und Antoine Barth (Q12)