Zwei Siege und zahlreiche Auszeichnungen für den Effner- Science-Club bei „Jugend forscht“ – Nominierung zur Bayerischen Forscherschule 2026

Der diesjährige „Jugend forscht“-Wettbewerb steht unter dem Motto „Maximale Perspektive“. Doch was bedeutet eigentlich maximale Perspektive? Der Duden beschreibt Perspektive unter anderem als „Aussicht für die Zukunft“. Eine maximale Aussicht für die Zukunft also – gar kein so unpassender Leitgedanke, wenn man sich die über 60 Projekte beim Regionalwettbewerb an der Technischen Hochschule Ingolstadt vor Augen führt. Die Bandbreite der Forschungsansätze reichte von auf dem Wasser treibenden Algenfarnen zum Klimaschutz bis hin zu Assistenzrobotern für Seniorinnen und Senioren. „Der wichtigste Rohstoff für die Zukunft unseres Landes sind eure Köpfe und Ideen“, sagte Ingolstadts Oberbürgermeister Dr. Michael Kern in seinem Grußwort und nahm somit klar Bezug zur Perspektive unseres Landes und dem Motto des Wettbewerbs.

In diesem Jahr konnte das Effner beim Regionalwettbewerb gleich fünf Projekte in drei verschiedenen Fachbereichen an den Start schicken und durfte große Erfolge feiern. Inspiriert von einigen Fachräumen der Schule forschte Alexandros Kazazis (10D) mit modernster Messtechnik an der Fähigkeit verschiedener Pflanzen, die Luftqualität zu verbessern. In der Junior-Sparte Biologie waren auch Felix Pucher, Lukas Steglich und Anni Nguyen vertreten, die das Pflanzenwachstum bei verschiedenen Lichtfarben untersuchten. Bei ihrem JuFo-Debüt konnte das Trio auf Anhieb den dritten Platz einfahren.

Der größten Konkurrenz von gleich zwölf weiteren Projekten anderer Schulen mussten sich Philippos Kazazis und Maxi Zhang im Fachbereich Physik stellen. Die beiden Tüftler erforschten Windräder, besser gesagt deren Rotorblätter, mit der Fragestellung, welche Rotorform die besten Dreheigenschaften haben würden. Mit viel Akribie und unzähligen Stangen Heißkleber wurde gebastelt und gemessen, bis der beste Kompromiss aus Drehgeschwindigkeit und Materialeffizient gefunden war. Für seine Leistungen und vor allem die starke mündliche Präsentation erhielt das Duo den mit 60 Euro Preisgeld dotierten zweiten Preis.

Ebenfalls im Fachbereich Physik schickte das Geschwisterpaar Constanze (10B) und Severin Homburg (7D) ihr Projekt „Move 2 Power“ ins Rennen. Ihre Idee: Mit der kinetischen Energie beim Joggen soll Strom erzeugt werden, der dann für verschiedene Dinge genutzt werden kann. Ein Turnschuh wurde deshalb mit Piezo-Elementen ausgestattet, verdrahtet und auf den Schnürsenkeln mit einem Kondensator versehen. Und siehe da: Es funktioniert! Die Jury war begeistert, denn neben Physik ließen Constanze und Severin auch Elemente aus der Informatik und der Technik in ihr Projekt einfließen. Besonders bemerkenswert war, dass das Duo wegen ihres Altersunterschieds „bei den Großen“ antreten und sich somit mit diversen Projekten aus W-Seminararbeiten messen mussten. Nichtsdestotrotz überzeugten die „Sportlerin und der Technik-Nerd“ (so bezeichnen sie sich in ihrer schriftlichen Arbeit selbst) in allen Belangen und erhielten völlig verdient den Preis der besten interdisziplinären Arbeit des gesamten Wettbewerbs. Obendrauf gab es noch den Sonderpreis für die beste Teamarbeit, wahrscheinlich den entscheidenden Schlüssel zum Erfolg. Im April geht es für die beiden beim Landesfinale in München weiter!

Ebenfalls für das Landesfinale – allerdings in Regensburg in der Junior-Sparte – hat sich Pauline Bandmann qualifiziert. Bei ihrer dritten Teilnahme an Jugend forscht begeisterte die Effner-Informatikerin nicht nur die Jury, sondern auch alle anderen Mitstreiter, denn diese wählten ihren Stand zum schönsten des gesamten Wettbewerbs. Diese Auszeichnung sollte aber nicht die einzige des Tages bleiben. INVOXA, ein KI-gestützter Anrufbeantworter, der Telefonbetrügern den Wind aus den Segeln nimmt, lockte unzählige Besucher – unter anderem auch Oberbürgermeister Dr. Kern – an den Stand und versetzte diese in Staunen. Nahezu alle Eventualitäten hatte Pauline abgedeckt: Egal ob Enkeltrick, Lottogewinn oder Schockanruf, INVOXA erkannte jeden Betrugsversuch nahezu problemlos und hatte auch mit verschiedenen Sprachen der Anrufer keine Probleme. Kein Wunder, dass die Jury dem Projekt den Sonderpreis für „Sicherheit in der Zukunft“ zusprach. Zudem erhielt INVOXA den ersten Preis im Fachgebiet Informatik, der die Qualifikation für das Landesfinale in Regensburg bedeutet.

Die beiden beschriebenen Siege und zahlreiche Sonderpreise führten dazu, dass das Effner abschließend noch zwei Schulpreise in Empfang nehmen durfte. Einerseits die Nominierung zur „Bayerischen Forscherschule 2026“ und andererseits die Auszeichnung für die besondere Förderung naturwissenschaftlicher Talente im Rahmen der Projektbetreuung.

Die Aussicht auf die Zukunft, die maximale Perspektive, für Naturwissenschaftler am Effner ist also hervorragend. Der Blick richtet sich aktuell jedoch (noch) nicht in die ferne Zukunft: Bereits im April vertreten Pauline, Constanze und Severin das Effner auf Landesebene. Bis dahin wird weiter geforscht, optimiert und getestet. Wir drücken fest die Daumen!

Robert Heusel