Informationen aus der (leider immer noch) geschlossenen Schule vom 22.04.2020

Dachau, 22.04.2020 –

Liebe Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler,

nächste Woche geht es zumindest wieder für unsere SchülerInnen der Q12 los. Dafür bereiten wir das Schulhaus und die Stundenpläne usw. vor. Sie sollen alle nicht nur faire Bedingungen für das Abitur, sondern auch sichere Bedingungen für ihre Gesundheit vorfinden.

Vor-Ort-Beschulung der Q12 ab 27.04.

  • Stunden- und Hygieneplan
    Morgen verschicken wir deshalb nicht nur den neuen Stundenplan für unsere AbiturientInnen, sondern auch einen Hygieneplan. Jetzt schon ist klar, dass Mund-Nase-Masken eine wichtige Rolle dabei spielen. Daher bitte ich Sie, liebe AbiturientInnen, sich bis spätestens Montag eine solche Maske zu besorgen. Für Notfälle werden wir auch in der Schule Masken vorhalten.
  • Schülerbeförderung
    Die Schülerbeförderung ist gesichert. Nach Rücksprache mit dem Landratsamt fahren die öffentlichen Verkehrsmittel wie zu regulären Schulzeiten (bei der S-Bahn bitte selbst nachsehen).
  • Wer muss zur Schule kommen, wer nicht? – Umgang mit SchülerInnen mit COVID-19-Verdacht, chronischen Krankheiten, derartigen Konstellationen im häuslichen Umfeld oder Schwangeren

Die SchülerInnen der Q12 sind ab 27.04. generell verpflichtet, den Unterricht zu besuchen. Soweit der Schulbesuch aber individuell eine besondere Risikosituation darstellt, ist auf der Grundlage eines (fach-)ärztlichen Zeugnisses von der Schulleitung zu klären, ob die SchülerIn aus zwingenden Gründen verhindert ist, am Unterricht oder einer sonstigen verbindlichen Schulveranstaltung teilzunehmen
In jedem Fall bleibt es Aufgabe der Schule, die SchülerIn auf geeignete Weise mit Lernangeboten zu versorgen, Aufgabe der SchülerIn bleibt es, diese Angebote auch wahrzunehmen, und Aufgabe der Erziehungsberechtigten, dies zu unterstützen.

Als besondere Risikosituation gilt z. B.

  1. eine (chronische) Vorerkrankung, insbesondere Erkrankungen des Atmungssystems wie chronische Bronchitis, Herzkreislauferkrankungen, Diabetes mellitus, Erkrankung der Leber und der Niere
  2. die Unterdrückung der Immunabwehr wegen Einnahme von Medikamenten (wie z. B. durch Cortison)
  3. eine Schwächung des Immunsystems z. B. durch eine vorangegangene Chemo- oder Strahlentherapie
  4. eine Schwerbehinderung oder
  5. eine derartige Konstellation (1 – 4) bei Personen im häuslichen Umfeld, die einen schweren Verlauf einer COVID-19-Erkankung bedingen würde
  6. eine Schwangerschaft (letzteres gilt vorläufig bis einschließlich zum 03.05.)

Bitte lassen Sie Ihre Kinder auch nur dann zur Schule gehen, wenn sie

  • keine Krankheitssymptome aufweisen,
  • keinen Kontakt zu einer infizierten Person haben oder binnen der letzten 14 Tage hatten und
  • keiner sonstigen Quarantänemaßnahme unterliegen.

Zuhause-Beschulung für die 5. bis 11. Klassen

Hier finden Sie nun die gestern angekündigten Maßgaben des Kultusministeriums für unsere Lehrkräfte in Bezug auf die Beschulung zuhause. In der nächsten Woche holen wir uns von Ihnen zum Lernen zuhause ein Feedback ein.

  • Neben der weiteren Sicherung und Festigung bereits erworbenen Wissens bzw. entsprechender Fähigkeiten und Fertigkeiten sollte im Rahmen des „Lernens zuhause“ nun auch neuer Stoff behandelt werden, sofern sichergestellt ist, dass alle Schülerinnen und Schüler von den Lehrkräften auf den zur Verfügung stehenden Kommunikationswegen erreichbar sind. Basis hierfür ist der gültige Lehrplan, wobei, wo immer möglich, von den im Lehrplan vorgesehen Spielräumen und Auswahlmöglichkeiten Gebrauch gemacht werden soll.
  • Besonders wichtig ist es, dass die Schülerinnen und Schüler von den Lehrkräften regelmäßig in geeigneter Form Lösungen zu den zuvor bearbeiteten Arbeitsaufträgen und Rückmeldungen zu ihrem Lernfortschritt erhalten. Sofern möglich sollte nunmehr verstärkt auch eine Korrektur der vorgelegten Arbeitsergebnisse samt Rückmeldung an die Schülerinnen und Schüler erfolgen. Eine Benotung erfolgt nicht.
  • Leistungserhebungen werden bis zur Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts nicht durchgeführt.
  • Bei der Erstellung von Arbeitsmaterialien und Arbeitsaufträgen bitte ich Sie sicherzustellen, dass sich die in der jeweiligen Klasse eingesetzten Lehrkräfte eng abstimmen, damit das „Lernen zuhause“ einen für die Schülerinnen und Schüler angemessenen Zeitumfang hat.
  • Schon jetzt ist absehbar, dass nach Aufnahme des Präsenzunterrichts den Schülerinnen und Schülern zunächst in einer „Phase des Ankommens“ die Gelegenheit geboten werden muss, aufgetretene Stofflücken zu schließen, und aufgrund unterschiedlicher Rahmenbedingungen in der Phase des „Lernens zuhause“ eingetretene Lernstände ausgeglichen werden müssen.
  • Welcher Weg sich für die Kommunikation zwischen Lehrkräften und Schülern am besten eignet, wird sich nach den Gegebenheiten vor Ort und wesentlich auch nach dem Alter der Schüler richten. Hier haben sich in den vergangenen Wochen verschiedene Alternativen als tragfähig erwiesen. Dabei bitte ich dafür Sorge zu tragen, dass die Lehrkräfte für Rückfragen auch direkt erreichbar sind – sei es per EMail, im Rahmen einer Telefonsprechstunde (z. B. in der Schule) zu festen Zeiten oder auf sonstigem Weg.

Absage von Schulveranstaltungen

Wir sind nun aufgefordert, alle Schulveranstaltungen, die für den Schulbetrieb nicht notwendig, nicht prüfungs- oder nicht übertrittsrelevant sind, abzusagen. Dies betrifft leider sehr viele Veranstaltungen, für die wir, unsere SchülerInnen und teilweise auch Sie schon sehr viel Arbeit investiert haben. Hierunter fällt z. B. auch das Betriebspraktikum der 9. Klassen. Hierzu erhalten Sie noch ein extra Schreiben von Herrn Nold, der das Praktikum organisiert.

Beratungs- und Unterstützungsangebote

Die Beratungsangebote bei uns im Haus sind Ihnen ja bekannt. Heute hat das Kultusministerium noch einmal darüberhinausgehende Kontakte mit der Bitte um Weitergabe veröffentlicht:

  • Die „Nummer gegen Kummer“ ist unter Tel. 116 111 montags bis samstags von 14 – 20 Uhr erreichbar.
  • Bei der bke-Jugendberatung können Jugendliche andere junge Menschen als Gesprächspartner finden und Kontakt zu erfahrenen Beraterinnen und Beratern aufnehmen.
  • Das Hilfetelefon ist unter Tel. 0800 22 55 530 bei allen Fragen und für Hilfe bei sexuellem Kindesmissbrauch für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu folgenden Zeiten erreichbar: Montag, Mittwoch und Freitag von 9 – 14 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 15 – 17 Uhr.
  • „Save me online“ hilft, wenn statt einer telefonischen Beratung bei sexuellem Kindesmissbrauch lieber Online-Hilfe per E-Mail gewünscht ist.
  • Auf dem Hilfeportal Sexueller Missbrauch finden Betroffene weitere Informationen und Ansprechpartner.

 

  • Als weiteres technisches Unterstützungsangebot möchte ich noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass wir bei dringendem technischem Bedarf gerne und ohne große Bürokratie helfen. Sollte Ihr Kind also keinen ausreichenden Zugang zu einem Computer oder Tablet haben (und sich beispielsweise ausschließlich mit einem Smartphone begnügen müssen), schreiben Sie bitte unter Angabe einer Telefonnummer, unter der wir Sie erreichen können, an verwaltung@effner.de mit dem Betreff „Bitte um technische Unterstützung“ und Sie bekommen von uns noch am selben Tag Hilfe.

 

Und sonst?
Nicht nur langsam, sondern schon länger stinkt’s uns doch allen ziemlich, das blöde Corona. Auch Lotta Hahn aus unserer 5a hat sich darauf einen Reim gemacht:

Corona-Gedicht

Warum bist du da?
Und so nah?
Ich brauch dich nicht!
Wir alle wollen dich nicht!
Hau ab und geh weg!
Was hast du eigentlich für einen Zweck?

So viele Leute müssen ihr Leben hergeben,
weil ihre Herzen beben.
Den Angehörigen tuts weh,
bis in den großen Zeh.
Ärzte müssen schuften,
sogar in kleinen Gruften.

Viele Geschäfte sind zu,
sogar das Geschäft für Buch und Schuh.
Nur der Supermarkt hat noch auf,
aber Kinder dürfen nicht rauf.
Mit der Familie spazieren gehen,
und Masken wegwehen sehen.

Die Sonne scheint uns jeden Tag,
so das man manchmal Corona sogar vergaß.
Ostern ist ja nun vorbei,
Schluss ist’s mit der Sucherei.
Ob die nächsten Ferien die da kommen,
uns nun trotz Maskenpflicht näher wieder zusammen lassen kommen?

Alle Schulen und Läden leer,
auch Fußball gibt´s nicht mehr.
Manche spenden Geld und denken dann
sie wären ein Held.
Ich würde auch gerne was tun,
aber meine müssen Hände ruhn.

Ich kann Freunde und Familie nicht sehen,
und auch nicht zu ihnen gehen.
Ich vermisse sie alle sehr
und möcht das hier nicht mehr.

Ich will wieder in die Schule gehen,
und meine Freunde wieder sehen!
Ich hab das hier echt satt,
deswegen schreib ich es hier auf dieses Blatt!

 

Liebe Lotta, herzlichen Dank für dein Gedicht. Es geht mir wie dir: Ich habs echt auch satt! Aber Gedichte wie deines, zeigen dann, dass immer auch etwas Gutes aus jeder Krise entstehen kann. Wir müssen es nur suchen und freilich auch finden.

 

Viele Grüße und bis morgen
Ihr und euer Peter Mareis