Zusammenwachsen

Durch die Pandemie sind wir
zusammengewachsen.
Wissen, wie wichtig Freunde sind.
Haben versucht, Kontakt zu halten,
Haben sie gesucht wie den
Ausgang im Labyrinth.

Durch den Ukraine-Krieg sind wir
zusammengewachsen.
Haben gemerkt, wie wichtig Frieden ist.
Sehen im Fernseher,
wie eine Bombe auf Häuser fliegt.
Wissen, dass bei einem Krieg niemand siegt.

Durch den Klimawandel sind wir
zusammengewachsen.
Standen zusammen auf der Straße
und haben protestiert.
Doch der Erde geht’s nicht besser,
solange Geld die Welt regiert.

Durch Krisen sind wir
zusammengewachsen.
Haben gemerkt, dass man alleine
nicht viel ist.
Zusammen können wir es durch
die Krisen schaffen –
auch mit denen,
die es noch nicht raffen.

Yongfeng Xue, 7h für die Effner-Welt

 

Liebe Leser:innen,

mit diesem Gedicht möchten wir euch und Sie für das diesjährige Motto der Woche der Gesundheit und Nachhaltigkeit sensibilisieren: „zusammenWachsen“.

Der Begriff Wachstum wird meist sofort mit wirtschaftlichen Prozessen und Finanzen in Verbindung gebracht. Doch in dieser Woche wollen wir den Blick gezielt weg davon lenken und einen anderen, unermesslich wertvollen Aspekt von Wachstum aufgreifen:
Jede:r von uns hat ein Recht, sich zu entfalten, seine eigenen Bedürfnisse zu stillen und vielleicht auch über seinen/ihren bisherigen Zustand hinauszuwachsen.
Jede:r von uns bringt somit aber auch sein ganz eigenes Potential mit auf diese Welt, mit dem er/sie der Welt zu menschlichem und gesellschaftlichem Wachstum verhelfen kann.

Deshalb soll es in dieser Woche an den bayrischen Schulen zum einen um die Frage nach den eigenen Stärken und Bedürfnissen, eine Reflexion der eigenen Person gehen – kurz die Beschäftigung mit dem persönlichen Wachstum.
Im zweiten Schritt gehört dazu aber auch das soziale Bewusstsein: Wo ist mein Platz in dieser Gemeinschaft, wie kann ich diese Welt mit meinen Fähigkeiten und meinem Wesen bereichern?

Lehrkräfte sind angehalten, in möglichst vielen Fächern diesen Gedanken aufzugreifen und thematisch passende Impulse zu Umweltbewusstsein, Achtsamkeit, Lebenskompetenz, Konsumgesellschaft, Umgang mit dem eigenen Körper, Persönlichkeitsstärkung usw. zu setzen.
Konkret wird es in dieser Woche zum Beispiel am Effner um die Zukunft von Erdöl (Chemie), Lebensmittelverschwendung (Französisch), Yoga (Sport), Elektromobilität (Physik), Naturerfahrung (Alpenpraktikum) oder Meditation und Dankbarkeit (Religion) gehen.

Für all diejenigen, die nun selbst Lust bekommen haben, diese Woche privat unter den Aspekt des „zusammenWachsens“ zu stellen, gibt es hier ein paar alltagstaugliche Anregungen:

 

  • Nimm dir bewusst Zeit, jemanden zu besuchen oder anzurufen, den du schon lange vertröstest.
  • Pflanze etwas.
  • Frage jemanden ganz bewusst und ernsthaft, wie es ihm/ihr geht und setzte dich mit der Antwort auseinander.
  • Überlege dir selbst: Wohin möchte ich eigentlich noch „wachsen“? Vielleicht möchtest du dir dazu auch eine Wunsch-Collage erstellen?
  • Unternimm einen Spaziergang oder Ausflug ganz ohne Smartphone.
  • Nimm dir eine Mülltüte mit auf den Weg und sammle Müll auf – egal wie seltsam andere möglicherweise dabei schauen.
  • Lege endlich die Stofftaschen in dein Auto, die du sonst beim Einkaufen immer vergisst.
  • Probiere eine Meditation aus.
  • Vermeide oder reflektiere deine antrainierten Alltagslügen („Wie geht’s?“ – „Gut!“) und mache dir dabei dahinterliegende Bedürfnisse bewusst.
  • Führe eine Woche ein Dankbarkeitstagebuch mit drei positiven Aspekten des Tages.
  • Bewege dich jeden Tag dieser Woche ausreichend.
  • Sortiere deinen Kleiderschrank und überlege, ob du wirklich noch ein weiteres Kleidungsstück für den Winter brauchst.

 

Eine nachhaltige Woche wünscht euch und Ihnen

J.Beurer, Effner-Welt